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Inhaltsverzeichnis

Editorial:

Das »Quit playing games with my heart!«-Geschmachte der Teenie-Bands belächeln wir. Die gekünstelte »Authentizität« der Schlager-Interpreten, die angeblich eine »Botschaft« haben, oder auch die unvermeidliche »White Christmas«-Seligkeit, die in diesen Tagen wieder grassiert, reizen zum Lästern, manchmal sogar zum Schenkelklopfen. Aber das Phänomen Kitsch allein mit ironischer Distanz abzutun – das wäre zu einfach: Die gesellschaftlichen Verhältnisse, die ihn hervorbringen, ebenso seine Produzenten, die aus ihm gewaltige Profite ziehen, »are playing games« mit den real existierenden, aber verdrängten Ängsten, Nöten und unterdrückten Sehnsüchten der Menschen. weiterlesen

MAGAZIN

Gemeinsam für Allende
Festival zur Erinnerung an Víctor Jara und Dean Reed

Was verbindet den US-Amerikaner Dean Reed und den Chilenen Víctor Jara? Beide waren Schauspieler, Musiker, Sänger und standen politisch links. Beide kannten sich, traten 1971 in Chile vier Monate lang bei Veranstaltungen für Salvador Allende auf. weiterlesen

elbphilharmonieUmstrittenes Prestigeobjekt
Die Hamburger Elbphilharmonie kurz vor der Eröffnung

Am 11. Januar soll Hamburgs Leuchtturmprojekt mit einem Konzert des NDR-Elbphilharmonie-Orchesters eingeweiht werden. Knapp sechs Jahre zu spät. Aus den veranschlagten 77 Millionen Euro Baukosten sind letztlich 790 Millionen geworden. Damit hat es das Bauwerk ins Ranking der zehn teuersten Hochhäuser der Welt geschafft, finanziert aus Steuergeldern – die Stadt selber hat 25 Milliarden Euro Schulden. weiterlesen
Foto: Bodo Marks / DPA-Bildfunk

MUSIK & KÜNSTLER

sleaford_modsAuf der Seite der »Angeschissenen«
Sleaford-Mods-Sänger Jason Williamson unterstützt den Sozialisten Jeremy Corbyn und legt sich mit dem rechten Flügel der Labour-Partei an

In der britischen Labour-Partei findet eine groß angelegte Säuberungswelle statt. Man will sich der Gefolgschaft des linken Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn entledigen. Dabei kommt der aus dem deutschen Polit-Diskurs sattsam bekannte Vorwurf des »linken Antisemitismus« erstmals großflächig zum Einsatz. Neuerdings ist aber auch schon jeglicher rüde Umgangston im Internet Vorwand genug, kapitalismuskritische Linke auszuschalten – darunter auch Jason Williamson von den Sleaford Mods. Kurz vor Corbyns geglückter Wiederwahl wurde seine Mitgliedschaft ausgesetzt. M&R traf den Frontmann des Elektro-Punk-Duos in London. weiterlesen
Foto: Roger Sargent

Im endlosen Ozean
Sting liebt Überraschungsmomente
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Gordon Matthew Thomas Sumner alias Sting ist ein unprätentiöser Superstar. Der ganz große Auftritt liegt dem 65-Jährigen überhaupt nicht. Er trägt Jeans und T-Shirt, um nicht weiter aufzufallen. Als der Brite in Begleitung seines Managers im Berliner Soho House aus dem Fahrstuhl steigt, verschwindet er rasch in seiner Interview-Suite. Dort empfängt er M&R zu einem Gespräch über sein zwölftes Studioalbum »57th & 9th«. weiterlesen
Foto: Promo

Album des Monats: Conor Oberst – Ruminations

conor-oberst-ruminationsLieder von der wiedergefundenen Zeit
Conor Oberst gewinnt der Depression schmerzlich-schöne Weisheiten ab

Wachsende Schneemassen verdecken das Fenster, das Feuerholz wandert aus der Garage in den Kamin, und plötzlich sind da zehn Lieder. Das Klavier lehnt sich an die Wand, die Gitarre ist eben aufgestanden, und Conor Oberst hat seine zahlreichen Bright-Eyes-Projekte an den Nagel gehängt, um noch näher ans Mikrofon zu rücken. weiterlesen

TITELTHEMA TRIVIALITÄT & KITSCH

Gartenzwerg und Avantgarde
Zur Verschiebung der Grenzen zwischen Kitsch und Kunst

»Adalbert, schenk mir einen Gartenzwerg!«, sangen die Jacob Sisters. Die »sächsy« Schwestern aus Schmannewitz landeten mit dem Gartenzwerg-Marsch ihren ersten Hit. Schnell wurden die »Sisters from Germany« zur Attraktion in Las Vegas. Deutscher Kitsch kam in den USA gut an. weiterlesen

grand_finalSehnsucht nach Gemeinschaft
Warum Kitsch unseren Wunsch nach einer anderen Welt ausdrückt

Pompöse Konzerte, Schnulzen und Bad-Taste-Partys – Pop und Kitsch scheinen untrennbar zusammenzugehören. Aber Kitsch ist nicht einfach billige Kunst. Er ist ihr schlechtes Gewissen. Das meint zumindest der Literaturwissenschaftler Wolfgang Braungart*, der zum Kitsch und seiner Geschichte forscht. M&R sprach mit ihm über das Verhältnis des Kitsches zur Kunst und dessen Rolle im Kapitalismus. weiterlesen
Foto: Maja Suslin / EPA / DPA-Bildfunk

Der Schmalzerkönig
André Rieu dirigiert die leichte Muse ebenso meisterhaft wie die Gefühle seiner Fans

Lockiges Haar, sympathisches Lächeln, festlicher Frack und die Geige stets im Anschlag – so präsentiert André Rieu seit Mitte der 1990er-Jahre höchst erfolgreich Potpourris aus Walzer, Operette, Musical und Filmmusik. Die Erweckung erfolgte früh: »Als ich noch ein kleiner Junge war, kaum fünf Jahre alt, schenkte mir meine Mutter eine Geige. Ab diesem Moment hatte ich nur noch einen Traum: Wenn ich später groß sein würde, wollte ich auf der Bühne stehen und ganz viele Leute mit schöner Musik unterhalten.« weiterlesen

STANDPUNKTE

Unter der Hakenkreuzfahne, auf der höchsten Ruine
Zwischen Todesverkündung und hysterischer Fröhlichkeit – Nazi-Kitsch und seine Grenzen

Je ernüchternder der Kriegsverlauf, desto beharrlicher wurde eine virtuelle Welteroberungsgemeinschaft beschworen, mit der der Zivilbevölkerung suggeriert wurde, eine tragende Säule neben der Deutschen Wehrmacht und den SS-Krieger-Eliten zu sein. weiterlesen

Diplom-Rock’n’Roller
Popakademie Baden-WürttembergGeschäftsmodell Popakademien und Musik-Colleges

Musikalische Innovationen entstehen nicht selten aus der Not heraus. Auf die Frage etwa, wie die Einstürzenden Neubauten auf die Idee kamen, auf Schrott zu spielen, antwortet Blixa Bargeld, Sänger und Texter der Band mit dem experimentellen Sound: »Das war keine künstlerische Entscheidung. Ich komme nicht aus einer reichen Familie. Ich komme aus einer sehr armen Familie. Wir hatten damals nichts.« weiterlesen
Foto: Uli Deck / EPA / DPA-Bildfunk

SPEZIAL

trumpBallern und Jodeln
Ein Konglomerat aus Waffenlobby und Musikindustrie mischt im US-Wahlkampf mit

Im Präsidentschaftswahlkampf der USA rüstet die Waffenlobby mit Unterstützung der Country-Musik auf. Dass die Vereinigten Staaten ein Waffenproblem haben, liegt indes nicht an musikalischen Einflüssen, sondern an ihrer Entstehungsgeschichte: Die Macht der europäischen Eroberer, denen es um Land und Gold ging, kam aus den Gewehrläufen. weiterlesen
Foto: Carlo Allegri / Reuters

suIm Bann des Profits
25 Jahre nach dem Untergang der Sowjetunion hat der Neoliberalismus die einst reiche russische Musikkultur weitgehend zerstört

Das Vordringen der Kommerzialisierung in immer mehr Lebensbereiche und das zunehmende Gefühl der Entfremdung, das wir im industriellen Spätkapitalismus spüren, verhindern eine Wiederbelebung der Musik, die reflektiert und anspruchsvoll wäre. Was gebraucht wird, ist eine Erneuerung der Beziehung zwischen Künstler und Publikum, und das kann nur durch eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung erreicht werden«, schrieb der britische Musikkritiker Simon Behrman vor einigen Jahren. weiterlesen
Foto: Christian Ditsch

LIVE

musikschule-clave-de-surDie geträumten Straßen des Guasmo

Das Erste, was wir sehen, sind die Hamburg-Süd-Container. Wir sind um den halben Erdball geflogen, als ich in der Flut der Autohupen, der Neonlichter und der fremden Gerüche der nächtlichen Stadt Guayaquil plötzlich hinter einer hohen Mauer die Container von zu Hause erhasche. Wir sind am Hafen, im Stadtteil Guasmo-Sur, hier werden wir fünf Wochen lang Theater machen. Verschifft, verfrachtet, angespült in Ecuador fühle ich mich merkwürdig globalisiert, und ich weiß noch nicht recht, was dieses Gefühl bedeutet. weiterlesen
Foto: Martin Mutschler

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M&R im Interview

Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Kritischer Musikjournalismus in ideologisch angespannter Zeit.

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Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Über die neu ­gestaltete Musikzeitschrift Melodie und Rhythmus, Walter Ulbricht und Iron Maiden, Rock’n’Roll und Krieg, marxistische Ästhetik und Neoliberalismus, Straßen-Rap und Adorno.

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"Wir frönen nicht irgendeiner Nostalgie"
Ein politisches Musikmagazin mit DDR-Wurzeln erfindet sich neu: Melodie & Rhythmus (M&R) hat seinen Look und seine Inhalte überarbeitet. medienmilch.de sprach mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl über die Details: Interview lesen
 
• Wie sich Musik und Politik vereinbaren lassen, behandelt das Magazin “Melodie & Rhythmus” in seiner aktuellen Ausgabe. Radio F.R.E.I. hat mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl gesprochen.
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