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Editorial:

Die neoliberale Umverteilung von unten nach oben hat nicht nur verheerende soziale Folgen. Die Deregulierung des Arbeitsmarktes und die Verlagerung von Produktionen aus den westlichen Industrie- in die Niedriglohnländer hat auch kulturelle Verwerfungen gezeitigt: Arbeiter werden von der Kulturindustrie ausgegrenzt, verächtlich gemacht, hier und da wird sogar aggressive Stimmung gegen »die da unten« verbreitet. Der neue-alte Klassenhass zielt besonders auf die organisierten Arbeiter und die Gewerkschaften.

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MAGAZIN

»Der arme Jazzer«
Ein Kommentar von Fabian Schwinger zur aktuellen Jazz-Studie

Oh, das Café in der Nachbarschaft bietet seit Neuestem Live-Jazz zum Frühstücksbuffet – doch ich frage mich, ob den Gästen ihr Appetit nicht ganz schnell verginge, wenn sie wüssten, wie wenig die Musiker bei dieser Form der Unterhaltung verdienen. Wahrscheinlich wird, wie es die Regel ist, schulterzuckend weitergekaut. Dennoch liegen mit der »Jazzstudie 2016« des Kulturwissenschaftlers Thomas Renz die harten Fakten zum Verdienst in der deutschen Jazz-Landschaft erstmals unübersehbar auf dem Tisch: weiterlesen

vinylNach der Perestroika
Vinyl feiert auch in Russland ein großes Comeback

In Russland existieren rund 60 Musiklabels. MIRUMIR, das zu den größten gehört, spezialisiert sich seit einigen Jahren auf Vinyl. M&R besuchte das Label in Moskau und sprach mit dem Geschäftsführer über seine Erfolgsgeschichte sowie Entwicklungen auf dem russischen Plattenmarkt. Seit etwa vier Jahren ist Igor Tichij (39) Executive Producer des Labels MIRUMIR Music Publishing. Darauf ist er stolz. weiterlesen

MUSIK & KÜNSTLER

Farben in Schwarz
Teho Teardo und Blixa Bargeld präsentieren ihre neueste Kooperation
Teho Teardo und Blixa Bargeld präsentieren ihre neueste Kooperation

Teho Teardo und Blixa Bargeld haben es wieder getan. Mit »Nerissimo« präsentieren der Veteran des italienischen Industrial und der Sänger der Einstürzenden Neubauten ein neues Album. M&R trifft die beiden in einer konspirativen Wohnung in Berlin-Mitte. weiterlesen

Klaus Doldinger macht auch mit 80 noch Musik, die stilistische Grenzen ignoriertDer Greis groovt
Klaus Doldinger macht auch mit 80 noch Musik, die stilistische Grenzen ignoriert

Erst im vergangenen Jahr hat Klaus Doldinger mit »En Route« ein neues Passport-Album veröffentlicht. Nun erscheint schon wieder ein neues Werk – eine musikalische Reise durch die Geschichte der Formation, eingespielt mit alten Weggefährten und illustren Gästen. »Die Idee zu diesem Album kam für mich selbst überraschend«, gesteht der vielseitige Bandleader. »Natürlich lag der Gedanke nahe, zum 80. Geburtstag etwas zu veröffentlichen. Andererseits muss man so eine Produktion ja aber auch erst einmal erarbeiten.« weiterlesen

Alles auf Anfang
Drei Grazer hängen ihre alte Band an den Nagel und werden Yukno

Die drei leicht bärtigen Jungs in T-Shirts auf dem Bandfoto kommen aus der Steiermark in Österreich – der Heimat Arnold Schwarzeneggers. Und: Sie hatten schon einmal einen großen Plattenvertrag in der Tasche. Damals hießen sie noch Neodisco und schafften es mit einer schnoddrigen Version von gerufenem »Indielectro« in die österreichischen Top 20. Dann wurde es ruhig um sie. Aber es gibt die drei immer noch, nur nennen sie sich jetzt »Yukno«. weiterlesen

TITELTHEMA Arbeit & Gewerkschaft

»Closing all the Factories Down«
Der Neoliberalismus hat Arbeiter und Arbeit weitgehend aus der Popkultur verbannt. Damit hat er Platz geschaffen für seine Lüge von der klassenlosen Gesellschaft

Die Village People haben Ende der 1970er- Jahre durch ihren »Con struction Worker« mit Holzfällerhemd, Bauhelm und Werkzeuggürtel den Arbeiter zur Stilikone erhoben. Die Disco-Combo sprengte das Klischee vom Werktätigen im Blaumann mit Bierwampe und präsentierte ihn in hautengen Bluejeans mit Knackpo – der sogar sexy wackeln kann. Substanzielles allerdings über die Arbeit und die, die sie leisten müssen, hat die Kulturindustrie selten beizutragen. weiterlesen

»Lasst uns unser Land erbauen«
Die Arbeit im Liedgut des Zionismus

Die Bedeutung von Arbeit im Judentum lässt sich schon aus der biblischen Erzählung der Vertreibung aus dem Paradies ersehen. »Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen«, sagt Gott dem ins Werkleben hinausgetriebenen Adam. Damit wird sowohl der Fluch der Fron ausgesprochen, zugleich aber auch Arbeit als Bedingung des Überlebens, mithin Ausgangspunkt der Zivilisation angezeigt. Nicht von ungefähr sind danach im 1. Buch Mose, 4 die um die Gunst des Herrn buhlenden Gebrüder Kain und Abel durch ihre Berufe charakterisiert: Der eine ist Bauer, der andere Hirt. weiterlesen

»Der Branche den exotischen Charakter nehmen«
Alexandra Manske beleuchtet die komplexen Arbeitsverhältnisse in der Kreativwirtschaft

GastbeitragDie Hamburger Sozialforscherin Alexandra Manske liefert in ihrem neuen Buch »Kapitalistische Geister in der Kultur- und Kreativwirtschaft« weitreichende Einblicke in die Arbeitsverhältnisse des zeitgenössischen Kultursektors. Mit M&R sprach Alexandra Manske über den Mythos der Kreativen, seine Vereinnahmung durch den neoliberalen Zeitgeist und die Möglichkeiten einer bereichsübergreifenden Solidarisierung. weiterlesen

STANDPUNKTE

arbeiterliederDas Arbeiterlied im 21. Jahrhundert
Museumsstück oder zeitgemäße politische Waffe der Lohnabhängigen?

Wir lassen Achim Bigus, Interpret politischer Lieder, und Burkhard Baltzer, verantwortlicher Redakteur der kulturpolitischen ver.di-Zeitschrift KUNST+KULTUR, folgende These diskutieren: Das Arbeiterlied hat bis heute politische Wirkmacht weiterlesen

Generation 9/11 – zwischen Pop und Jihad?
Wenige radikalisieren sich, die meisten wollen einfach ganz normal leben – Normalität aber rückt für Muslime in Europa nach den Anschlägen von Paris und Brüssel in weite Ferne

Im Internet verbreiten sich die Schlagzeilen rasend schnell: »Todesurteil wegen Liebe zu Popsongs« oder »ISIS köpft Teenie, weil er Popmusik hörte«. Die Nachricht: »Mossul, Irak: Der ›Islamische Staat‹ hat einen 15-jährigen Iraker geköpft, weil er im Laden seines Vaters mit einem CD-Player Popmusik hörte.« weiterlesen

Neoliberales Biedermeier
zwergRechtsradikalismus-Forscher David Begrich über die Kulturpolitik der Alternative für Deutschland (AfD) und neurechte Popkultur

Der AfD-Experte und Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e. V. in Magdeburg David Begrich meint: »Die AfD möchte alle Fenster und Türen der Kultur zur Welt mit einer Art nationalem Schließmechanismus versehen.« M&R wollte mehr erfahren über einen möglichen Rechtstrend in Kunst und Kultur und sprach mit Begrich über die AfD-Kulturpolitik und die Kultur offensive der Neuen Rechten. weiterlesen

SPEZIAL

Offene Wunden
Vor 50 Jahren reflektierte Steve Reichs »Come Out« rassistische Polizeiwillkür

»I can’t breathe«: Seit der Afroamerikaner Eric Garner 2014 im Würgegriff eines New Yorker Polizisten verstarb, gehören die letzten Worte des 43-jährigen Gartenbauers zur beharrlich wiederholten Parole auf Protestmärschen der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Initiativen wie Black Lives Matter schenken dem Opfer einer systematisch auf Diskriminierung angelegten Justiz so auch weiterhin eine deutlich vernehmbare Stimme. weiterlesen

Sehnsucht nach Wandel
REGINA
Nach langer Zeit gibt es wieder eine werkgetreue Inszenierung von Albert Lortzings Revolutionsoper »Regina«

»Albert Lortzing hat ›Regina‹ direkt im Revolutionsjahr 1848 komponiert«, umreißt Regisseur Lars Wernecke die Geschichte des Stücks, das derzeit im Südthüringischen Staatstheater Meiningen aufgeführt wird. »Er hat ein kleines Zeitfenster der Zensurfreiheit genutzt, um seinen Kommentar zu den damaligen Unruhen zu geben.« Gesehen hat die Oper um aufständische Fabrikarbeiter zu Lebzeiten des Komponisten niemand. weiterlesen

Film & Literatur

Schulter an Schulter
Der israelische Regisseur Dror Dayan über seinen Film »Even Though My Land Is Burning«

Der Film »Even Though My Land Is Burning« dokumentiert die zivilen Protestaktionen von jüdischen Israelis und Palästinensern gegen Besatzung und Krieg. Dafür erntet er in Deutschland einen Sturm der Entrüstung von proisraelischen Rechten. M&R sprach mit dem Regisseur Dror Dayan über die Lage im Westjordanland, israelische Propaganda und deutsche Komplexe. weiterlesen

LIVE

beBeirut-Indie
Im Libanon gedeiht trotz Krieg eine alternative Musikszene

Auf eines ist Verlass in Beirut – den Stau. Endlose Blechlawinen schieben sich zentimeterweise durch völlig verstopfte Straßen. Auch abends um halb elf. Wer im christlichen Ausgehviertel Mar Mikhaël zu Fuß über die Armenia- Straße schlendert, der überholt sogar dann noch die viel zu großen SUVs, wenn er zwischendurch hier und da ein Almaza-Bier verknüppert. Auf der Hauptschlagader des Nachtlebens ist nämlich Dauerparty. weiterlesen

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M&R im Interview

Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Kritischer Musikjournalismus in ideologisch angespannter Zeit.

Interview lesen
 
Gespräch mit Susann Witt-Stahl:
Über die neu ­gestaltete Musikzeitschrift Melodie und Rhythmus, Walter Ulbricht und Iron Maiden, Rock’n’Roll und Krieg, marxistische Ästhetik und Neoliberalismus, Straßen-Rap und Adorno.

Interview lesen
 
"Wir frönen nicht irgendeiner Nostalgie"
Ein politisches Musikmagazin mit DDR-Wurzeln erfindet sich neu: Melodie & Rhythmus (M&R) hat seinen Look und seine Inhalte überarbeitet. medienmilch.de sprach mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl über die Details: Interview lesen
 
• Wie sich Musik und Politik vereinbaren lassen, behandelt das Magazin “Melodie & Rhythmus” in seiner aktuellen Ausgabe. Radio F.R.E.I. hat mit der Chefredakteurin Susann Witt-Stahl gesprochen.
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